Digitalisierungsmetadaten

Wenn ich hier von „Digitalisierung“ spreche, meine ich nicht „Scannen“ oder „Fotografieren“, also nicht die Umwandlung von analoger Information in digitale Daten, sondern den ganzen Prozess, der bei Digitalisierung durchlaufen werden muss. Darunter fällt unter anderen die Selektion, Aushebung, Transport, Scannen, Qualitätsmanagement, Erschließung, Bereitstellung im WWW, usw.

Während dieses Prozesses fallen auf verschiedenen Ebenen verschiedene Metadaten an. Einige werden nur für einen eingeschränkten Zeitraum gebraucht, andere müssen für den ganzen Lebenszyklus eines Digitalisats zur Verfügung gestellt werden. Mir fallen spontan folgende Ebenen ein:

  • Institutionen (z.B. Policies, die für alle Digitalisierungsprojekte einer Institution gelten). Diese Metadaten dürfen allerdings nicht auf eine Institution beschränkt werden, da bei Digitalisierung viel Wert auf Kooperation zwischen Institutionen gelegt wert. Außerdem kommt es fast zwangsläufig zu einem Datenaustausch zwischen Institutionen.
  • Sammlungsebene. Nicht alle Digitalisierung findet im Sammlungskontext statt, aber oft doch. Vielleicht könnte man auch „Batches“ als Sammlungen bezeichnen (?). Und natürlich gibt es Sammlungen von Sammlungen.
  • Stücke, z.B. ein Buch.
  • Images, z.B. von einer Seite eines Buches. Manchmal ist Stück mit Image identisch, z.B. bei Fotos

Das ist jetzt die Reihenfolge auf einer vertikalen Ebene. Diese Ebenen werden von

  • Strukturmetadaten miteinander verbunden.

Aber es gibt auch eine horizontale Ebene. Darunter könnte z.B. folgendes fallen:

  • Metadaten, wenn wir von Meta-Metadaten sprechen, z.B. den Erstellern der Metadaten
  • Geräte, z.B. Scanner oder Kameras
  • Aktionen/Workflows – was muss in welcher Reihenfolge getan werden?
  • Personen – wer macht was?
  • Rechte – wer darf was unter welchen Umständen?
  • Schnittstellen, zwischen Institutionen und/oder Sammlungen
  • Qualitätsmanagement, z.B. Qualitätskriterien, die wieder von
  • Zielen abhängig sind, z.B. will man für Webzugriff, für Volltextindexierung oder für die Archivierung digitalisieren? Das führt wiederum zu
  • Formaten
  • (Projekt)Management – all dies muss ja irgendwie verwaltet werden und auch dafür braucht es Metadaten

Metadaten kann man klassifizieren. Folgende Einteilung ist üblich:

  • Beschreibende / Bibliographische Metadaten
  • Administrative Metadaten
  • Technische Metadaten
  • Rechtsmetadaten
  • Strukturmetadaten

Diese Klassen sind allerdings nicht streng voneinander getrennt, sondern formen Schnittmengen, z.B. bei administrativen Metadaten und technischen Metadaten. Und auch nicht alle Metadatengruppen können in diese Klassen eingeteilt werden.

Wenn man also in der Digitalisierung an Metadaten denkt, so ist eine Klassifikation oder Hierarchie ein sehr eingeschränktes Ausdrucksmittel. Es handelt sich um Konzepte, die man irgendwie, manchmal hierarchisch miteinander verbinden kann, die anderseits aber auch eher als Netz miteinander verknüpft sind. Es werden Cluster, Mengen und Schnittmengen gebildet.

So viele Konzepte, so viele Strukturen, Beziehungen und Eigenschaften zwischen den Konzepten. Ein interessantes Thema, dass sich lohnt, genauer betrachtet zu werden.

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