Kölner Bibliotheken und Open Linked Data

Ich weiß, ich bin spät dran. Andere haben schon ausführlich drüber geschrieben: Kölner Bibliotheken stellen in Zusammenarbeit mit dem Hochschulbibliothekszentrum ihre Bibliotheksdaten zum Download bereit und veröffentlichen sie unter einer CC0 Lizenz.

Hier die Website des hbz: http://opendata.hbz-nrw.de/

Oliver Flimm hat die Reaktionen in seinem Blog gesammelt, z.B. hier: http://blog.openbib.org/2010/03/18/offene-katalogdaten-reaktionen/

Als Mitarbeiterin des hbz bin ich sehr froh und stolz über diese Ereignisse!

Warum ist es gut, die Daten zur Verfügung zu stellen? In meiner Arbeit mit dem Semantic Web in Bibliotheken und Linked Open Data wurde ich auch von einem TED-Talk von Tim Berners-Lee, dem Vater des WWW und Semantic Web, inspiriert:

(Website: http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html)

Vor ein paar Tagen gab es einen weiteren TED-Talk von Tim Berners-Lee, in dem er zeigt, was mit Linked Open Data passieren kann:

(Website: http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_the_year_open_data_went_worldwide.html)

Während es in den USA und Großbritannien inzwischen selbstverständlich geworden ist, dass Daten, die mit öffentlichen Geldern erstellt wurden auch für die Öffentlichkeit freigegeben werden, sind wir in Deutschland noch nicht soweit. „Es sind unsere Daten!“, sagen einige BibliotheksdirektorInnen. Nein! Es sind nicht die Daten der Bibliotheken! Steuergelder haben sie finanziert und deshalb gehören sie den Steuerzahlern, der Öffentlichkeit.

Andauernd wird gejammert, dass wir BibliothekarInnen unsere Relevanz in der Welt der Information verlieren, dass keiner mehr Bibliotheken will und alle lieber googeln. Auch das stimmt nicht. Bibliotheken können eine große Rolle im Semantic Web spielen, denn sie haben relevante Daten von sehr hoher Qualität und sind vertrauenswürdige Einrichtungen. Es fehlt nur eins: den Willen, Teil der neuen Informationswelt zu werden indem wir die Daten frei geben.

Ja, heute bin ich stolz darauf, Mitarbeiterin des hbz zu sein und in Köln zu arbeiten. Wir haben einen wichtigen Schritt getan. Ich hoffe, dass andere Bibliotheken und Bibliotheksverbünde schnell folgen werden.

Nun zum nächsten Schritt: die Daten in RDF übersetzen.

Informavore

Ein sehr interessantes Video der Digital Life Design Konferenz in München, Januar 2010, ist hier zu sehen:

Quelle: http://video.dld-conference.com/watch/i21RPVZ

John Brockmann, David Gelernter, Frank Schirrmacher und Andrian Kreye diskutieren über Information Overload. Das Internet ist ein riesiger, unübersichtlicher Markt der Ideen. Wie findet der Internet-Benutzer die Ideen, die wichtig sind? Welche Machtstrukturen herrschen über die Ideen? Algorithmen? Menschen? Können Maschinen das Genie aus all den Ideen herauspicken oder brauchen wir Menschen? Verlassen wir uns zu sehr auf die Maschinen? Früher haben die Redakteure der Zeitungen und Zeitschriften, die Lektoren in den Verlagen entschieden, welche Ideen so gut sind, dass sie weitergegeben werden. Heute ist das nicht mehr der Fall. Es gibt eine unübersichtliche Kakophonie von Gedanken, Empfehlungen, Feeds, etc. Wie können wir mit diesem Informations-Overload umgehen?