The five laws of Library Science / S. R. Ranganathan – 3

The five laws of Library Science / S. R. Ranganathan

Kapitel 1: Das erste Gesetz: Bücher sind da um benutzt zu werden – a

Ein paar Gedanken von Ranganathan:

Das erste Gesetz der Bibliotheks- und Informationswissenschaft ist so offensichtlich, dass es nie als solches formuliert wurde: BÜCHER SIND DA UM GEBRAUCHT ZU WERDEN. (S. 1)

Es gab eine Zeit, in der dieses Gesetz kein Gesetz war, z.B. im fünfzehnten oder sechszehnten Jahrhundert. Es war nicht ungewöhnlich in diesen Zeiten, dass Bücher an die Regale festgekettet waren. Dieses Anketten diente der Bewahrung des Buches mehr als dem Benutzen des Buches. Zu dieser Zeit wurden Bibliotheken nicht als Institutionen, die das Benutzen von Büchern fördern sollen gesehen, sondern als Institutionen, in denen Bücher bewahrt werden sollten. (S. 1+2)

Ranganathan nennt einen Grund für die Bewahrung von Büchern, die das Benutzen einschränkte: Meistens hieß es: es wird aufbewahrt, damit auch die Nachkommen etwas vom Buch haben. Aber wenn Bücher für die Nachkommenschaft aufbewahrt werden und diese sie wiederum für die Nachkommenschaft aufbewahrt, werden Bücher nie genutzt und verlieren so ihren prinzipellen Wert. Deshalb ist dieses Argument schwach. Wenn niemand ein Buch je nutzen wird, braucht es nicht aufbewahrt zu werden. (S 2)

Die Tendenz Bücher einzusammeln muss aus einer Zeit kommen, in der Bücher rar und schwierig herzustellen waren. Aber es sieht so aus, als ob sich diese Tendenz durch das lange Praktzieren zu einem Instinkt verhärtet hat. Die Situation wurde durch die Erfindung des Buchdrucks geändert, aber es dauerte noch Jahrhunderte, bis die Gewohnheit sich änderte. (S. 2+3)

Was meint Ranganathan mit Büchern? Bücher sind Artefakte, Dinge, die aus Papier, Pappe, Leder und Tinte bestehen. Aber sie sind auch Träger von Information. Worum es Ranganathan ging war in erster Linie die Information. Er forderte, dass Bücher benutzt werden, damit die Information, die in ihnen steht, freigesetzt wird.

Der Aspekt des Buches als Artefakt tangiert ihn nicht besonders, ausser dass es ein Hindernis sein kann an die Information im Buch zu kommen, wenn das Artefakt bewahrt werden soll. Es ist aber so, dass einige Bücher, als Artefakten einen besonderen Wert haben. Man mag an die ersten Gutenberg-Bibeln denken, oder an andere wertvollen alte Drucke. Als 2004Â das oberste Stockwerk der Anna Amalia-Bibliothek in Weimar abbrannte und durhc diesen Brand tausende wertvolle Bücher durch Feuer und Wasser vernichtet oder stark beschädigt wurden, waren alle, die mit Büchern etwas anfangen können entsetzt – in erster Linie darüber, dass die Artefakte zerstört oder beschädigt waren. Oft waren die Inhalte gar nicht verloren. Das bedeutet, dass Bibliotheken sehr wohl einen Auftrag haben können zu bewahren, aber dieser Auftrag darf nicht auf Kosten der Freiheit der Inhalte geschehen. Noch nie war es so einfach wie jetzt, Inhalte freizusetzen und den Artefakt zu bewahren: Digitalisierung ist eine Methode um dies zu erreichen.

Vielleicht sollte man also Ranganathans erstes Gesetz umformuliert werden: die Inhalte von Büchern sollen freigesetzt und benutzt werden.

Ranganathan sprach von Büchern. Zu seiner Zeit war es üblich, dass Bibliotheken vor allem Bücher sammelten. Aber Information befindet sich nicht nur in Büchern. Zeitschriften, Bilder Audio- und Video sind auch Träger von Information. In der modernen Welt gibt es noch esoterischere Träger, z.B. Festplatten und Information wird nicht nur in Wort, Bild oder Ton festgehalten, sondern auch in sehr viel komplexeren Gebilden, wie eine Datenbankanwendung auf dem Internet. Wie dem auch sei: auch hier gilt: die Inhalte in welchem Format auch immer und auf welchem Träger auch immer müssen frei sein, damit sie benutzt werden können. Alle Beschränkungen, alle „Ketten“, die den freien Nutzen von Information beschränken, müssen entfernt werden.

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